Akaso Brave 7 LE, die günstige Actioncam

Akaso Brave 7 LE, die günstige Actioncam

6. Oktober 2020 0 Von Kammi.Net

Die Akaso Brave 7 LE ist eine Actioncam, die man bereits für 140 Euro erwerben kann, aber kann eine so günstige Kamera mit echter Action mithalten?

Großzügiger Lieferumfang

Im Lieferumfang der Brave 7 LE ist nicht nur die Kamera enthalten, sondern auch noch eine Menge Zubehör. Es kommt die Kamera in der Box direkt im Unterwassergehäuse. Die Brave 7 ist aber auch ohne das Case IPX7 zertifiziert, aber mit dem Case kann man bis zu 40 Meter tief tauchen.

Außerdem gibt es noch verschiedene Adapter zum Befestigen der Actionkamera. So auch Klebe-Mounts und Klebepads, eine Befestigung für Fahrradlenker, verschiedene Bänder und Verlängerungen.

Aber auch eine Fernbedienung, 2 Akkus und eine Ladestation für diese zwei Akkus sind bereits im Lieferumfang enthalten.

Das Paket was man hier bekommt, ist also sehr umfangreich und man kann direkt loslegen.

Klein, kompakt und stabil

Eine Actioncam muss natürlich klein, kompakt und stabil sein und das trifft alles auf die Akaso Brave 7 LE zu. Die Kamera ist gerade einmal 6,3 cm x 4,3 cm x 3,2 cm groß und wiegt nur 130 Gramm. Auf der Rückseite befindet sich der 2 Zoll große Touchscreen. Auf der Front gibt es die Weitwinkellinse und und einen zweiten kleineren Farbbildschirm mit 1,4 Zoll. Dieser hilft zum Beispiel dabei, wenn man sich selbst gut ins Bild bekommen möchte – eine Funktion die GoPro erst mit der Hero 9 aufgegriffen hat.

Der Ein- und Ausschalter befindet sich auf der rechten Seite und links gibt es eine Klappe unter der sich ein Micro-HDMI Anschluss und ein USB-Anschluss verbergen.

Auf der Oberseite gibt es dann noch der Aufnahmekopf und einen Modus-Knopf, mit dem man mit einem einfachen Drücken zwischen Foto- und Videomodus wechseln kann und mit einem langen Drücken kann man vom hinteren auf den vorderen Bildschirm umschalten. Der vordere Bildschirm unterstützt, aber keine Toucheingaben. Möchte man also Einstellungen verändern, muss man wieder auf den größeren Bildschirm wechseln.

Der Akku und die Micro-SD-Speicherkarte finden unter der Klappe auf der Unterseite Platz.

Touchscreen und Einstellungen

Kommen wir einmal zu den Einstellungen. Das Menü lässt sich auf Deutsch umstellen, aber da hier einige Begriffe seltsam übersetzt sind, habe ich das Menü meist auf Englisch gelassen. Aber auch im englischen Menü gibt es manchmal falsche Anzeigen. So ist der “Driving Mode” im Deutschen ein Tauch Modus, was auch viel mehr Sinn macht als ein Fahrmodus. Die Menüs sind als nicht unbedingt eine Stärke der Akaso. Aber natürlich kann man trotzdem viele Dinge einstellen.

So kann man die Videoauflösung von maximal 4K 30fps, auf 2,7 K mit 60 fps bis hinzu 1080p mit 120 fps einstellen. Wer auch mit 72ßp leben kann, hat auch 240 Bilder pro Sekunde zur Verfügung. Die Stabilisierung und Windgeräuschunterdrückung lassen sich hier auch ein- und ausschalten.

Praktisch ist auch das man die Töne ausschalten kann und das man die Kamera in einen Upside Down Modus versetzen kann, sollte man die Kamera einmal Überkopf montiert haben.

Eine der wichtigsten Einstellungen ist auf jeden Fall der Winkel der Kamera. Wo man von Super weit bis eng über 4 Modi auswählen kann.

Insgesamt lassen sich alle Einstellungen schnell und einfach anpassen. Der Touchscreen reagiert auch sehr zuverlässig. Nur die Menü und der Umfang der Einstellungsmöglichkeiten könnte besser sein. So würde ich die Kameraeinstellungen gern mehr kontrollieren können als nur über die Belichtungskorrektur.

Mit dem M-Knopf kann man die Kamera vom Videomodus in den Fotomodus versetzen und dann ändern sich auch die Menüs. Und so kann man die Auflösung der Fotos wählen statt der Videoauflösung. Der Rest der Menüs ist aber größtenteils gleich zum Videomodus.

Sollte man aber einmal den Touchscreen nicht bedienen können, kann man dank eine Aufnahme dank des Knopfes auf der Oberseite jederzeit starten oder beenden. Sollte die Akaso Brave 7 LE aber einmal außer Reichweite sein, kann man für das Starten oder Stoppen auch die mitgelieferte Fernbedienung nutzen oder man steuert die Actioncam mit dem Smartphone.

Video mit der Akaso Brave 7 LE

Wenn es um Videoauflösung und Bildrate geht, kann die Akaso Brave 7 LE nicht ganz mit den Highend Modellen anderer Hersteller mithalten, aber die Bave 7 kostet eben auch nur 140 €. 4K Aufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde sind hier aber genauso möglich wie 2,7K mit 60 Bildern pro Sekunde bis hin zu 120 Bildern pro Sekunde, dann aber in 720p möglich.

Was die Qualität der Aufnahmen angeht, hängt das von mehreren Faktoren ab. Wenn die Lichtbedingungen optimal sind und die Kamera keinen starken Erschütterungen ausgesetzt ist, gefallen mir die Aufnahmen sehr gut. Zwar besitzt die Akaso Brave 7 LE auch eine elektronische Bildstabilisierung, aber ich muss gestehen, so richtig überzeugen konnte mich diese nicht.

Gerade kleine aber kräftige Erschütterungen kann die Kamera nicht gut kompensieren. Man sieht also Schritte deutlich oder wenn man auf steinigen Wegen mit dem Fahrrad unterwegs ist, nimmt man jedes Steinchen deutlich wahr. Im Punkt der Stabilisierung kann die Brave 7 LE leider nicht überzeugen.

Kamerabefestigung

Das liegt aber vielleicht zum Teil auch daran, wie die Kamera montiert werden muss. So gibt es ein Stativgewinde auf der Unterseite und im ersten Moment war ich davon begeistert, da man die Kamera so auch auf klassischen Stativen verwenden kann. Das ist aber natürlich nicht der Einsatzzweck einer Actioncam. Eine Actioncam muss sicher montiert werden, so dass auch Erschütterungen die Kamera nicht lösen. Im Fall der Akaso Brave 7 LE gibt es einen Adapter auf ein GoPro Mount, aber da dieser eingeschraubt wird, hat man zum Einen das Problem die Pins gerade unter die Kamera zu bekommen und zum Anderen fängt die Kamera an sich bei Erschütterungen zu lösen. Egal wie fest ich versucht habe den Adapter an der Kamera anzubringen, ein paar Erschütterungen haben gereicht, dass die Kamera angefangen hat sich zu drehen.

Leider gibt es auch kein Case, welchen Pins eingebaut hat. Zwar ist ein Unterwassergehäuse im Lieferumfang enthalten, aber als ich das als Alternative zum Montieren getestet habe, war das Ergebnis noch schlimmer als zuvor. Die Kamera hat sich im Unterwassergehäuse selbst bewegt, was das Bild vollkommen zerstört hat.

Ein weiterer Wermutstropf mit dem eindrehbaren Adapter ist, dass dieser dann die Batterieklappe blockiert. Das wäre zwar auch mit einem Case der Fall, aber das würde wenigstens sicheren Halt geben.

Nicht für harte Action

Mit der schwachen elektronischen Stabilisierung und der nicht erschütterungsresitenten Montageoption ist die Akaso Brave 7 LE leider nicht für richtige Action geeignet. Daher macht es auch nicht viel Sinn die Kamera als echte Actioncam zu betrachten. Es ist eine kleine, robuste Kamera, die ihre Stärken aber mehr in kontrollierten Situationen und im Preis hat.

Nutzt man die Kamera zum Beispiel im Auto sehen die Ergebnisse schon viel besser aus. Allerdings muss man hier auch darauf achten, dass genug Licht vorhanden ist, da sind sehr schnell, sehr viel Rauschen wahrnehmbar wird.

Auch als kleine unauffällige Vlogging Kamera ist die Akaso durchaus geeignet. Der zweite Bildschirm ist dafür besonders praktisch. Allerdings würde ich hier versuchen ein extra Mikrofon zu tragen. Zwar kann man die Ton noch einigermaßen gebrauchen, wenn es keine Nebengeräusche gibt. Aber die Geräuschunterdrückung lässt zu viele Wünsche offen, als das ich mich darauf verlassen würde, wenn es man etwas windiger wird.

Fotos mit der Akaso Brave 7 LE

Wenn wir dann aber zu den Fotos kommen, kann die Akasko Brave 7 LE schon wesentlich eher überzeugen. So haben die Bilder einen guten, wenn auch nicht fanatischem, Dynamikumfang und die Farben sind schön natürlich. Die maximal 20 MP Bilder haben gute Details, auch wenn sich die Bilder der Akaso nicht mit aktuellen Smartphone Kameras messen können. Trotzdem ist die Ultraweitwinkelkamera praktisch und produziert auch ansehnlich Bilder. Nur in schlechten Lichtbedingungen kommt wieder starken Rauschen ins Bild.

Über die Winkelauswahl bekommt man auch einen minimalen Zoom, aber der ist eigentlich zu vernachlässigen und kann auch im Nachhinein per Crop erreicht werden. Die Kamera macht eigentlich nichts anderes.

Die sehr kompakte Größe der Kamera ermöglicht aber wieder das Fotoschießen an stellen, wo man sonst nicht so einfach hinkommt. Zum Beispiel kann man die Kamera durch einen Zaun stecken und Bildern bekommen, die man selbst mit einem Smartphone nicht bekommen hätte.

Fazit zu Akaso Brave 7 LE

Man muss ich genau die Einsatzzwecke für die kleine Kamera überlegen. Als reine Actioncam, die auf Mountainbiketouren oder ähnlichem zum Einsatz kommt, ist die Akaso Brave 7 LE definitiv nicht geeignet.

Aber als kompakte Kamera die an Orte kommt, wo man eine normale Kamera nicht unter bekommt, ist diese Kamera durchaus interessant. Besonders mit dem günstigen Preis von 140 € kann die Akaso Brave 7 LE die richtige Kamera sein.

Ich werde die Kamera hauptsächlich als Kamera an Fahrzeugen nutzen, die normal auf Straßen unterwegs sind. Oder als Kamera die ich an Stellen packen kann, wo meine normale Kamera nicht hinkommt. Und für das ein oder andere Ultraweitwinkelbild ist die Akaso auch gut geeignet.