Garmin Venu, die smarte Fitness-Uhr

Garmin Venu, die smarte Fitness-Uhr

4. April 2020 0 Von Kammi.Net

Die Venu von Garmin hat ihren Fokus ganz klar auf dem Fitnessbereich, will dabei aber mehr sein als nur ein Fitnesstracker. Bevor wir uns aber diese Funktionen genauer anschauen, werfen wir zuerst einen Blick auf die Hardware.

Verarbeitung und Design

Die Garmin Venu ist sehr gut verarbeitet und trotzdem leicht. Das bedeutet aber auch, dass hier Plastik zum Einsatz kommt. Das runde Design der Uhr gefällt mir auf jeden Fall sehr gut und auch wenn die Uhr relativ groß ist, trägt sie nicht zu dick auf. Das Silikonarmband ist angenehm zu tragen und das auch über längere Zeiträume. Damit das Armband sich nicht von allein öffnet hat die Öse auch einen kleinen Haken, der verhindert, dass das Armband bei intensiver Bewegung herausrutscht. Wer das Armband aber wechseln möchte, kann dies dank der Schnellverschlüsse auch sehr leicht machen.

Die Knöpfe an der rechten Seite der Uhr lassen sich gut drücken und sind auch blind gut zu finden.

Wie spät ist es?

Die Frage nach der Uhrzeit sollte jede Uhr, egal ob Smartwatch, Fitnesstracker oder traditionelle Uhr, sofort und immer beantworten können. In der Standardeinstellung ist die Always On Funktion des Display allerdings nicht aktiviert. Dies lässt sich aber in den Einstellungen nachholen. Dann zeigt das 1,2 Zoll große AMOLED auch die Uhrzeit an, wenn die Uhr nicht durch eine Bewegung der Handgelenks oder dem Drücken eines Knopfes aktiviert wurde. Dies reduziert allerdings die Akkulaufzeit auf ungefähr die Hälfte. Währenddessen ich mit ausgeschaltetem Bildschirm auf ungefähr 5 Tage gekommen bin, waren dies mit Always On Funktion nur noch zwei Tage.

Die Always On Funktion ist dann aber auch nur aktiv, wenn man die Uhr trägt. Legt man die Uhr ab, wird auch der Bildschirm deaktiviert.

Mehr als eine Uhr

Da es sich hier aber um mehr als eine normale Uhr handelt, kann die Garmin Venu natürlich auch noch mehr anzeigen als die Uhrzeit.

Der Pulsmesser ist auf der Rückseite gut zu erkennen und leistet auch sehr zuverlässig gute Arbeit. So wird über den ganzen Tag verteilt immer wieder die Herzrate bestimmt und aufgezeichnet. Außerdem werden aber auch noch die Schritte, Treppen, Stresslevel und vieles mehr erfasst und für den Nutzer sowohl in der Uhr selbst als auch in der App aufbereitet.

Etwas was die Garmin Venu aber vielen anderen Smartwatch voraus hat, ist die Offline-Navigation. So hat die Venu GPS an Bord und es können auch Karten auf die Uhr geladen werden, damit diese dann offline zur Verfügung stehen.

Wenn es um Offline-Funktionalitäten geht, bietet die Garmin Venu auch die Möglichkeit von Amazon Music, Spotify oder Deezer Musik auf die Uhr zu laden, damit man das Smartphone beim Training Zuhause lassen kann. Für Musik und Karten stehen dann ungefähr 3,5 GB Speicher zur Verfügung. Bluetooth Kopfhörer lassen sich direkt mit der Uhr verbinden.

Smart aber nicht smart genug

Das die Garmin Venu primär für den Einsatz beim Sport gedacht ist, steht außer Frage, aber hier sind auch einige smarte Funktionen verfügbar. So kann man über einen extra App-Store, der sich Garmin Connect IQ nennt, weitere Apps herunterladen, es werden Benachrichtigungen angezeigt und man kann theoretisch auch mit der Garmin Uhr bezahlen.

Ich sage hier allerdings theoretisch, da Garmin Pay im Moment nur mit sehr wenigen Banken und Bezahldiensten kompatibel ist und ich Garmin Pay somit gar nicht erst testen konnte.

Die Benachrichtigungen werden zwar auf der Garmin Venu gut angezeigt, aber leider fehlt jede Möglichkeit mit diesen Benachrichtigungen zu interagieren. Wenn man also nur wissen möchte, ob es sich lohnt das Smartphone in die Hand zu nehmen, dann reicht das. Wer aber auch gern eine kurze Antwort direkt von der Uhr senden möchte, kann dies leider nicht.

Und der App-Store ist sehr stark auf Karten- und Fitnessapps ausgelegt. Abgesehen von ein paar ganz wenigen Ausnahme, gibt es hier nichts anderes. Und ja, das bedient natürlich den Fitness-Fokus der Uhr, aber leider nicht viel darüber hinaus.

Garmin Connect

Mit der Garmin Connect App verbindet man die Garmin Venu mit seinem Smartphone. Dies funktioniert sowohl mit Android als auch iOS problemlos. Die App gibt einem dann eine Übersicht, über die aktuellen Fitnesswerte, wie Plus, Schritte, Stresslevel und so weiter.

Der Umfang der Daten ist dabei sehr groß. Man kann die verschiedenen Aktivitäten vom Tag einsehen und auch für einzelne Trainings hat man viele Daten zur Verfügung. Also wer ganz genau wissen will wie die eigenen Daten außen wird bei Garmin sehr zufrieden sein.

Mir persönlich reicht meist schon die Übersicht und auch diese bietet Garmin an. Also egal ob man jeden Wert genau auswerten möchte oder einfach grob wissen will wie man unterwegs war, ist hier für jeden etwas dabei.

Wasser ist kein Problem

Möchte man die Garmin Venu einmal mit ins Wasser nehmen, muss man sich hier keine Gedanken machen, mit 5 ATM hält sie jedes Schwimmtraining ohne Probleme aus. Auch Tracking des Schwimmens ist mit der Venu möglich.

Die Vielzahl an Trainings ist wirklich beeindruckend und so kann man wirklich fast alles Tracken was einem so an Sport einfällt.

Die Uhr erkennt dabei bestimmt Sportarten selbstständig und trackt das Workout ohne das man dies extra an der Uhr starten muss. So gehen einem die Trainingsdaten auch nicht verloren, wenn man einmal vergessen hat das Workout zu starten.

Unübersichtlich und manchmal etwas zu langsam

Garmin setzt hier auf ein eigenes Betriebssystem und kann somit den Fokus auf den Fitnessbereich besonders betonen. Leider ist die Bedienung zum Einen manchmal etwas langsam, aber vor allem ist die Bedienung unübersichtlich.

Das Auffinden der Workouts und das Starten selbige ist schnell und einfach, aber alles andere ist unübersichtlich. Viele Punkte sind in Untermenüs von Untermenüs versteckt und ich habe immer wieder lange gebraucht bestimmte Punkte zu finden. Insgesamt fühlt sich die Bedienung etwas hakelig an. Zum Einen weil die Hardware immer wieder an ihre Grenzen kommt, aber eben auch die Software nicht immer das macht, was man erwartet.

Und wenn wir gerade bei Sachen sind, die mir nicht gut gefallen, kommen wir doch mal zum Laden der Uhr. Das die Uhr im normalen Betrieb 5 Tage ohne Always On Display und gute 2 Tage mit Always On Display aushält, ist auf jeden Fall schon einmal positiv. Aber man muss die Uhr eben doch regelmäßig laden. Dies erfolgt dann über ein extra Kabel, welches auf der Unterseite der Uhr eingesteckt werden muss. Es gibt keinen magnetischen Verbinder oder kabelloses Laden, sondern nur die spezielle Steckverbindung. Diese Lösung gefällt mir leider überhaupt nicht, weil sie umständlich und nicht gut alltagstauglich ist. Müsste man die Uhr nur alle paar Wochen laden, würde dies sicher nicht so sehr stören. Aber da ich gern immer die Uhrzeit sehen, heißt es für mich alle zwei Tage muss die Uhr geladen werden.

Das Beste zum Schluss

Über das Beste der Garmin Venu habe ich aber noch gar nicht so sehr im Detail geredet, das Display. Das 1,2 Zoll große AMOLED ist ein wirklich toller Bildschirm für eine Smartwatch. Die Farben sehen toll aus, das Display wird richtig schön hell und ist somit auch draußen noch sehr gut zu erkennen. Und auch wenn der Rand relativ dick ist, macht dieses tolle Display viele Kleinigkeiten wieder gut, die mir sonst an der Uhr nicht so gut gefallen.

Besonders farbenfrohe Uhrendesigns bringen dieses Display zum Glänzen.

Fazit zur Garmin Venu

Die Garmin Venu ist wohl eher nicht für den der eine Smartwatch sucht. Auch wenn die Venu einige smarte Funktionen hat, liegen hier nicht ihre Stärken. Wer aber einen der besten und umfangreichsten Fitnesstracker mit smarten Funktionen haben will, wird die Garmin Venu bestimmt mögen. Das Fitnesspaket ist unheimlich umfangreich, die Messdaten sind sehr genau und das alles kommt in einem richtig schicken Paket.

Mit um die 300 € ist es aber auch nicht der günstigste Fitnesstracker. Wenn aber eben diese umfangreichen Fitnessfunktionen braucht und vielleicht auch mal mit Garmin Pay bezahlen will, bekommt hier einen tollen smarten Fitnesstracker.