Pixel 4 XL Review

Pixel 4 XL Review

28. November 2019 0 Von Just A Nerd

Das Google Pixel 4 ist endlich da! Lange habe ich gewartet und die Vorfreude war groß. Warum mich das Pixel 4 am Ende leider doch nicht überzeugt hat erfahrt ihr im Laufe dieses Beitrags.

Zuvor war das Pixel 3 (nicht XL) mein Daily Driver und mir hat es sehr gefallen. Ich bin einfach ein Fan der Google Smartphones und mag Stock Android sehr. Vor allem die Leistung der Kamera ist für mich überragend. Da ich ab und zu immer Mal wieder die Angst hatte, dass mein Akku nicht reicht, sollte es diesmal die XL Variante des neuesten Pixels werden.

Specs

Das Pixel 4 XL kommt mit aktuellster Hardware daher:

CPUSnapdragon 855
GPUAdreno 640
Speicher64/128GB + 6GB RAM
Display6.3 Zoll OLED
1440 x 3040
90Hz Smooth Display
Gorilla Glass 5
HauptkamerasNormal: 12.2 MP, f/1.7, 28mm
Zoom: 16 MP, f/2.4, 45mm
Frontkamera8 MP, f/2.0, 22mm
Videoauflösungen2160p@30fps, 1080p@30/60/120fps
Akku3700 mAh
SoundStereo Lautsprecher
FeaturesFace Unlock, Soli Radar Chip

Ihr habt es schon gesehen: Die größten Neuheiten sind das 90Hz Display, das Dual-Kamera-Setup auf der Rückseite, Face Unlock und der Soli Radar Chip.

Gehäuse

Beim Weißen und orangenen Modell habt ihr eine matte und beim Schwarzen eine glänzende Rückseitenoberfläche. Auch die Kamerapositionierung auf der Rückseite gefällt mir sehr gut. Sie stehen nämlich nicht wie beim iPhone 11 noch mal ein Stück weiter heraus, sondern sie schließen glatt mit einer Glasoberseite ab. Die Außenkanten sind bei allen schwarz und ebenfalls matt. Das Pixel ist ein richtiger Handschmeichler der sich gut anfühlt und auch gut in der Hand liegt. Es hat für mich eine etwas ungewöhnliche Tastenanordnung. Der Power-Button ist oben und die Lautstärkewippe unten. Natürlicher ist es für mich wenn der Power-Button unten in Daumenreichweite ist. Aber man gewöhnt sich dran. Auf der Unterseite findet ihr einen der Stereolautsprecher (feuert seitlich aus dem Gehäuse) und den USB C Anschluss. Der andere Lautsprecher ist in der Stirn zwischen den ganzen Sensoren.

Stormtrooper Look

Face Unlock

Außerdem verbaut Google das erste Mal eine Face Unlock Funktion mit der ihr das Gerät ähnlich wie bei Apple mit eurem Gesicht entsperren könnt. Dafür werden mehrere IR-Kameras und Infrarotlicht-Projektoren genutzt um euer Gesicht dreidimensional Erfassen zu können. Dies funktioniert wirklich unglaublich zuverlässig und auch aus allen Orientierungen des Smartphones solange die Frontseite zu eurem Gesicht zeigt. Ihr könnt also auch das Pixel 4 entsperren, wenn es z.B. über Kopf gehalten wird.

Ihr müsst bei dieser neuen Entsperrmethode allerdings bedenken, dass ihr keinen Fingerabdrucksensor mehr bekommt. D.h. viele Apps die ihr vorher per Fingerabdruck entsperren konntet, könnt ihr jetzt vorerst nicht mehr entsperren. Die App-Entwickler müssen auf eine bereits länger vorhandene API von Google umbauen mit der dann verschiedenste biometrische Verifizierungsmethoden genutzt werden können. Die Smartphone-Bank N26 hat dies mit ihrem letzen Update bereits gemacht.

Radar im Smartphone?

Wer kennt es nicht: Man liegt im Bett, der Wecker klingelt und man sucht die Schlummern-Taste auf dem Handy. Wie cool wäre es denn bitte den Wecker ohne Suchen zu müssen stummzuschalten. Tja, hier hat das Pixel 4 ein cooles Feature parat. Mit Hilfe des Soli Radarsensors kann es eure Handbewegungen erkennen. Um den Wecker stummzuschalten macht ihr einfach eine kurze Wischbewegung im Bereich über dem liegenden Smartphone. Fühlt sich irgendwie cool an das Handy ohne Berührung zu steuern 😀

Der Chip ist in der Stirn des Smartphones verbaut. Das hat man so bis jetzt in keinem anderen Smartphone gesehen. Er kann in einem kleinen kugelförmigen Bereich vor dem Smartphone Bewegungen erkennen. Damit ist es z.B. möglich zu Erkennen, ob eure Hand nach dem Handy greift. Das Display aktiviert sich automatisch und die Face Unlock Sensoren beginnen nach eurem Gesicht zu Suchen. Dadurch wird die Entsperrung per Gesicht noch Mal beschleunigt, da bereits vorher erkannt werden kann, ob ihr das Pixel 4 benutzen wollt. Neben dem Aufwecken des Geräts kann mit einfachen Wischgesten oberhalb des Smartphones, die aktuelle Musikwiedergabe einen Track vor- bzw. zurückgeschaltet werden. Außerdem hat Google dem Pixel eine gewisse Schippe Höflichkeit mitgegeben. Wenn ihr angerufen werdet oder der Wecker klingelt wird der Ton automatisch leiser gestellt sobald sich eure Hand nähert.

Da das Pixel 4 momentan nicht mehr mein Daily Driver ist, muss ich ehrlich sagen, dass ich die Musiksteuerung per Wischgesten echt vermisse. Vor allem im Büro habe ich das oft genutzt.

So cool die bisherigen Funktionen für mich auch sind, ich hätte mir mehr gewünscht. Im Demo Video zum Soli Chip sieht man nämlich, dass auch ganz feine Handbewegungen, wie das Drehen eines Knopfes erkannt werden können. Hoffen wir hier mal auf Softwareupdates mit neuen Funktionen!

Display

90 Hz in einem Smartphone-Display? Ja, das ist wirklich eine Augenweide! Alle Animationen und jedes Scrollen sieht einfach so unfassbar flüssig aus. Der Effekt für mich lässt sich ähnlich wie der bei einem 144 Hz PC-Monitor vergleichen. Das muss man einfach gesehen haben. Zu Beginn gab es ein merkwürdiges Verhalten mit den 90 Hz, denn Google regelt per Software automatisch zwischen 60 und 90 Hz hin und her, wenn sich der anzuzeigende Inhalt für 90 Hz eignet. Dies wurde allerdings erst ab einer Helligkeit von 75% geregelt, was jetzt zum Glück durch ein Software Update behoben wurde. Das Display an sich ist wirklich sehr gut. Es macht richtig Spaß das Handy damit zu benutzen. Es hat eine hervorragende Schärfe und tolle Farben. Seit dem Update macht es um so mehr Spaß die 90 Hz zu genießen, die sich übrigens auch dauerhaft ausschalten lassen, um Akku zu sparen. Die Helligkeit war für mich bis jetzt auch mehr als ausreichend. Auch wenn es nicht das hellste Display am Markt ist. Daumen hoch für’s Display!

Kamera

Google setzt hier also das erste Mal auf ein Dual-Kamera-Setup, obwohl die Konkurrenz bereits bei drei oder mehr Kameras angekommen ist. Google muss hier endlich Mal mitziehen auch wenn ihre Kamera-Software extrem gut ist. Ihr bekommt mit dem Pixel 4 eine normale Kamera und eine 2-fach Tele-Kamera. Es wurde hier also auf eine Weitwinkelkamera verzichtet. Schade.

Zur allgemeinen Kameraqualität lässt sich nicht viel sagen außer: Sie ist immer noch bombastisch gut! Das kann Google einfach. Ich würde allerdings nicht behaupten das der Sprung vom Pixel 3 zum 4er Modell deutlich zu sehen ist. Es wurden nur hier und da einige Optimierungen vorgenommen und der SuperRes-Zoom arbeitet jetzt durch die 2-fach Tele-Kamera noch besser. Besonders Motive mit vielen geraden Strukturen können sehr gut digital rangezoomt werden. Bei feineren Strukturen, wie z.B. Bäumen sieht das Ergebnis leider sehr matschig aus.

Eine weitere Besonderheit ist der neue Astrofotografie-Modus mit dem ihr die Sterne fotografieren könnt. Ja ihr habt richtig gelesen, ihr könnt die Sterne mit einem Smartphone fotografieren. Das Pixel erkennt im Nachtmodus automatisch wann es den Astro-Modus nutzen kann. Dabei könnt ihr bis zu 4 Minuten lang belichten lassen und je länger ihr das tut, desto besser ist das Ergebnis. In einer Großstadt wird das Ergebnis aber leider sehr durch die Lichtverschmutzung verschlechtert. Wenn ihr diesen Modus nutzen wollt, müsst ihr unbedingt ein Stativ verwenden, weil die Bilder sonst unbrauchbar werden.

Astrofotografie-Modus mitten aus der Großstadt

Akku

Kommen wir nun zum wohl schlimmsten Punkt meines Pixel 4 XL Reviews, dem Akku. Trotz des relativ großen Akkus mit 3700 mAh komme ich nur mit ausgeschaltetem 90 Hz Display auf eine Screen-On-Time von 4,5 – 5 Stunden. Und das auch noch mit kurzem Zwischenladen im Auto morgens und abends. Also das kann doch wohl nicht Googles ernst sein? Sie entwickeln doch die Software die auf diesem Gerät ihren Dienst verrichtet. Wieso schaffen sie es nicht diese an das Gerät anzupassen, so wie es andere Hersteller auch können und deutlich längere SoT-Zeiten hinbekommen. Ich bin von dieser Performance einfach nur enttäuscht, mehr kann ich dazu nicht sagen.

Akkulaufzeit mit 60Hz und kurzem Zwischenladen im Auto morgens und abends.

Fazit

Das Pixel 4 XL hat mir von Tag zu Tag mehr gefallen und ich habe es immer gerne benutzt. Leider wollte ich mal wieder ein Smartphone das einen großen Akku hat und länger durchhält als mein kleines Pixel 3. Die Akkulaufzeit ist der Punkt, weshalb ich euch das Gerät nur empfehlen kann, wenn es in euren Alltag passt und ihr öfter mal zwischenladen wollt und es euch nicht stört. Der Rest des Smartphones ist eine runde Sache und macht einfach Spaß. Vor allem wenn man Stock Android liebt wie ich es tue, kommt man ums Pixel 4 nicht drumherum.