Poco X3 NFC – Mehr als man erwartet

Poco X3 NFC – Mehr als man erwartet

4. Oktober 2020 0 Von Kammi.Net

Das Poco X3 NFC ist mit einer UVP von 229 Euro ein sehr günstiges Smartphone, aber muss man deshalb auch seine Erwartungen herunterschrauben?

Die Marke Poco wird von vielen mit einem unschlagbaren Preis-Leistungsverhältnis verbunden und auch beim X3 NFC hat Poco wieder alle gegeben, um diesem Ruf gebracht zu werden.

Kunststoff und trotzdem hochwertig

Das Poco X3 NFC hat eine Kunststoff-Rückseite, aber das schmälert den guten ersten Eindruck nicht im Geringsten. Das Smartphone fühlt sich gut und solide verarbeitet an. Der Rahmen gibt dem Smartphone viel Stabilität, alles passt perfekt zusammen und die Knöpfe besitzen gute Druckpunkte. Auch das Gesicht von 215 Gramm trägt zum positiven haptischen Gefühl bei.

Das Poco stolz auf die eigene Marke ist, erkennt man auch auf der Rückseite, auf der in großen Lettern POCO geschrieben steht.

Beeindruckende 120 Hz

Auf der Front findet man einen flachen 6,67 Zoll großen IPS-Bildschirm der in FHD+ auflöst und eine Bildwiederholungsrate von 120 Hz bietet. Der Bildschirm besitzt auch ein Punchhole in der Mitte für die 20 MP Frontkamera.

Dank der 120 Hz laufen Animationen besonders flüssig ab und so trägt das Display entscheidend zu dem guten Performance-Eindruck des Poco X3 NFC bei. Die Bildwiederholungsrate lässt sich aber auch auf 60 Hz reduzieren, wenn man die 120 Hz nicht benötigt oder man Akku sparen möchte.

Der Bildschirm kann aber nicht nur mit der hohen Bildwiederholungsrate, sondern auch mit guter Sichtbarkeit bei unterschiedlichen Blickwinkeln und gute Ablesbarkeit des Displays bei starker Sonneneinstrahlung aufweisen.

Zum modernen Design des Poco X3 NFC tragen auch die minimalen Ränder um das Display bei, die sich nicht hinter denen von hochpreisigen Smartphone verstecken brauchen. Zwar verschwinden bei gebogenen Displayrändern die Ränder an den Seiten noch mehr, aber dafür bekommen man eben beim Poco X3 NFC ein flaches Display, was in der alltäglichen Nutzung praktischer ist.

Fingerabdruck und Klinke

Im Rahmen des Smartphones findet man neben einem Infrarot-Blaster und einem USB-Anschluss auch noch einen Klinkenanschluss und einen Fingerabdruckscanner im Power-Knopf neben der Lautstärkewippe. Der nach unten gerichtete Lautsprecher ist nur einer vom Paar der verbauten Stereo-Lautsprecher. Auf der Oberseite wird die Ohrmuschel und eine kleine Öffnung im Rahmen für den zweiten Lautsprecher genutzt.

Der Fingerabdrucksensor befindet sich im Powerknopf. Und es dürfte für einige ungewohnt sein, immer einen Finger oder Daumen auf den Powerknopf zu legen, wenn man das Smartphone entsperren will. Intuitiver wäre da ein Fingerabdruckscanner unter dem Display oder auf der Rückseite. Hat man sich aber erst einmal an die Position im Power-Knopf gewöhnt gelingt das Entsperren immer schnell und verlässlich.

Performance im Überfluss

Im Rahmen des X3 NFC findet man auch noch den SIM-Kartenschacht, der zwei SIM-Karten oder eine SIM-Karte und eine Micro-SD-Karte halten kann. Der interne Speicher lässt sich also auch erweitern. Das Poco X3 NFC steht in zwei Speicherausführungen zur Auswahl. Entweder mit 64 GB oder 128 GB internen Speicher kann man das X3 NFC erwerben und dabei handelt es sich um UFS 2.1 Speicher.

In beiden Varianten stehlen 6 GB LPDDR4X Arbeitsspeicher und der Qualcomm Snapdragen 732G zur Verfügung. Damit erreicht das Poco X3 NFC über 285.000 Punkte im Antutu Benchmark, was eher einem Mittelklasse-Smartphone als einem Einsteiger-Smartphone entspricht. Damit bringt das Poco X3 NFC immer genug Leistung mit, um alle normalen Apps laufen zu lassen und auch die meisten Spiele sind damit ruckfrei zu genießen. In unseren Test haben wir in der Nutzung so gut wie nie Verlangsamungen wahrnehmen können. Einzige Ausnahme ist nach dem Aufwecken des Smartphone nach einer längeren Stand-By Phase. 

Die von Poco und Xiaomi verwendete Androidoberfläche MIUI ist bekannt für ihr gutes Akku-Management, was vielleicht für diese kurzen Verzögerungen verantwortlich sein könnte. Im normalen Betrieb gab es aber keine wahrnehmbaren Performanceeinbußen.

Monster-Akku

Damit weder der Prozessor, die 120 Hz des Bildschirms oder eine intensive Nutzung den Akku vor dem Ende des Tages in die Knie zwingen können, besitzt das Poco X3 NFC auch einen 5160 mAh großen Akku. Diesen bringt einen immer problemlos durch einen Tag und je nach Nutzung sind auch zwei Tage durchaus möglich. Wer das Maximum aus dem Akku holen will, kann jederzeit von 120 Hz auf 60 Hz wechseln. In der normalen Nutzung ist dies aber gar nicht nötig, denn wie gesagt ein Tag schafft man immer ohne Zwischenladung.

Muss der Akku dann doch einmal geladen werden, kann man die mit dem im Lieferumfang enthaltenen Netzteil mit 33 Watt machen und hat der Akku so in etwas mehr als einer Stunde von 0 auf 100% aufgeladen.

Kabelloses Laden steht hier leider nicht zur Verfügung. Unsere Hoffnung ist, dass in Zukunft kabelloses Laden auch in Mittelklasse- und Einsteiger-Smartphones ankommt.

5 Kameras, aber wirklich?

Insgesamt sind 5 Kamerasensoren im Poco X3 NFC verbaut. Eine 20 MP Selfiekamera im Punchhole des Bildschirm und 4 weitere Sensoren auf der Rückseite. Hier findet man eine 64 MP Weitwinkelkamera, eine 13 MP Ultraweitwinkelkamera, eine 2 MP Makro Kamera und einen 2 MP Tiefensensor.

Leider sind die 2 MP Makro Kamera und der 2 MP Tiefensensor mehr als Alibi-Sensoren zu betrachten, als als echte vollwertige Kameras. Der Tiefensensor wird für den Portrait Effekt eingesetzt, wir wissen aber aus anderen Modellen, dass dieser dafür nicht zwingend notwendig ist. Und die Makro Kamera produziert mit dem 2 MP Sensor keine besonders guten Bilder. Ihr wäre ein Makromodus für die Ultraweitwinkelkamera wünschenswert gewesen. Auch hier haben wir in anderen Modellen schon gesehen, wie beeindruckend die Makrobilder mit der Ultraweitwinkelkamera sein können.

Wenn es aber zu den Bildern der Hauptkamera und der Ultraweitwinkelkamera kommt, sind diese sehr gelungen und übertreffen die Erwartungen an ein 230 Euro teures Smartphone deutlich. Die Farben und der Dynamikumfang sind gut und Details werden sehr gut erhalten. Im Fall der 64 MP Kamera werden auch immer 4 Pixel zusammengefasst, so dass man am Ende ein 16 MP Bilder erhält. Es steht aber natürlich auch ein 64 MP Modus zur Verfügung.

Videos können mit bis zu 4K 30 fps aufgenommen werden auch neben den Farben und den Details kann hier auch die Stabilisierung überzeugen. Wer dann noch mehr Stabilisierung möchte kann den „Stabiles Video“ Modus aktivieren und bekommt dann in 1080p ein noch stabileres Video.

Insgesamt ist das Kamerapaket für ein Einsteiger-Smartphone absolut überzeugend und übertrifft die Erwartungen deutlich.

Was für ein Paket

Das Poco X3 NFC schafft es sich nicht nur von der Einsteigerklasse abzuheben, sondern ist auch ein echter Konkurrent für viele Mittelklasse-Smartphone. Was man bei X3 NFC für 229 Euro bekommt, ist das beste Preis-Leistungsverhältnis, was man im Moment finden kann. Mit dem X3 NFC hat Poco ein Smartphone was für die meisten Nutzer mehr als ausreichend ist und das zu einem sehr attraktiven Preis.