Poco X3 – Was kann die Kamera in einem 200€ Smartphone?

Poco X3 – Was kann die Kamera in einem 200€ Smartphone?

10. November 2020 0 Von Charly Charles Check

Heute soll sich alles um die Kameras des Poco X3 NFC Smartphones von Xiaomi drehen. Wir hatten euch im Community Tab gefragt, welche Komponente euch am meisten an diesem Smartphone interessiert und worauf wir uns in dieser Techlab-Folge konzentrieren sollen. 48 Prozent hatten für die Kameras gestimmt.

Das Video zum Artikel (Hier gibt es auch die Foto- und Videobeispiele zu sehen)

229,00
Amazon

Wir nennen euch jetzt die jeweilige Kamera-Hardware des Poco X3 Smartphones und direkt danach zeigen wir euch Beispiele und erzählen euch unsere Meinung.

Selfie-Kamera – Poco X3

Fangen wir mit der Frontkamera an. Mittig oben ist im Display ein Punch-Hole vorhanden, wo sich die 20 MP Selfie-Kamera mit einer f/2.2er Blende befindet. Es handelt sich hierbei übrigens um ein Samsung s5k3t2 Sensor.

Ich finde die gemachten Selfies gelungen und vor allem finde ich cool, dass Xiaomi es möglich macht nicht nur Automatikfotos zu schießen, sondern auch Porträtaufnahmen sowie Selfies mit aktiviertem Nachtmodus.

In wirklichen Low Light Situationen sieht die Frontkamera aber nicht so gut aus. Das Bild ist dann zu unscharf und zu rauschig. Hierbei performt dann der Nachtmodus in der GCAM Kameraapp meistens sehr gut. Zur GCAM komme ich aber erst bisschen später in diesem Video.

Die Selfies sehen insgesamt ordentlich aus. Je nach Lichteinfall und je nachdem welche Kameraapp ihr passend zum Motiv nutzt, können die Ergebnisse richtig gut aussehen. Die Hautfarbe passt, die Farben allgemein sind passend und natürlich. Schärfe ist ausreichend vorhanden und mit etwas Geschick ist der Dynamikumfang ebenfalls sehr gut.

(Haupt-)Kamerasystem

Auf der Rückseite befindet sich oben in der Mitte das Kamerasystem mit insgesamt drei Objektiven, einem Sensor sowie dem LED-Blitz.

Beim Thema Optik des Kameramoduls scheiden sich die Geister. Es ragt 2 bis 3mm aus dem Gehäuse. Glücklicherweise wurde das Kamerasystem mittig angeordnet, dadurch liegt das Poco X3 NFC mit dem Rücken gut und stabil auf dem Tisch.

Hauptkamera – Poco X3

Ich will direkt mit der Hauptkamera beginnen. Die befindet sich oben rechts im Kameramodul. Hier handelt es sich um den 64MP starken Sony IMX 682 Sensor. Dieser kommt beispielsweise auch beim neuen Xiaomi Mi 10T für knapp 500 Euro zum Einsatz.

Die Hauptkamera des Poco X3 hat keine optische Bildstabilisierung, jedoch leistet die vorhandene elektronische Bildstabilisierung ganz gute Arbeit.

Mit einer Blende von f/1.89 spielt dieses Kameraobjektiv von der Lichtstärke ebenfalls oben mit. Wer es noch lichtstärker möchte, muss mehr Geld ausgeben.

Es kann bis zu 10-fach digital hiermit herangezoomt werden. Brauchbar sind für mich aber eher nur die 2-fach gezoomten Bilder. Der 10-fache maximale Zoom ist eher Pixelbrei, aber man erkennt wenigstens noch was sich dahinten befindet. Da wir aber keine optische Bildstabilisierung haben sollte darauf geachtet werden, dass man das Poco X3 einigermaßen still hält beim Fotografieren.

Wir haben einen HDR Modus sowie die künstliche Intelligenz, die uns im AI Modus auch noch behilflich sein kann. Dadurch werden die Farben dann abhängig vom Motiv angepasst bzw. stärker gesättigt.

Ob einem das gefällt oder nicht ist einfach Geschmackssache. Ich bin kein großer Fan davon und mag lieber die natürlicheren Farben. Daher deaktiviere ich den AI Modus meistens gleich.

Im Automatikmodus werden übrigens, dank Pixelbinning, 16MP Fotos geschossen, denn vier Pixel werden hier zu einem. Durch diese Pixelblöcke werden etwas bessere Ergebnisse bei schlechteren Lichtverhältnissen möglich.

Ihr könnt jedoch auch den 64MP Modus auswählen und dann nehmt ihr Bilder mit den vollen Megapixeln auf und könnt mehr hineinzoomen, ohne allzu viele Details und Schärfe zu verlieren.

Die Fotos sind bei guten Lichtverhältnissen sehr gut und ich hätte nicht wirklich erkannt, ob es sich hierbei um die Kamera eines so günstigen Smartphones handelt, wenn ich es nicht wissen würde.

Hin und wieder neigt die Kamera aber dazu helle Bereiche am Himmel zum Beispiel zu stark zu belichten. Auch bei aktiviertem HDR Modus. Die Google Kamera App GCAM kann dabei aber Abhilfe schaffen. (HIERFÜR PORTRAITBILD VON DER GCAM AUS DEM EXTRA ORDNER OBEN NEHMEN UND GEGENÜBER DEM PORTRAITFOTOS DER STOCK APP STELLEN)

An bewölkten Tagen oder zur Dämmerung könnte man denken, dass die Qualität nachlässt, aber auch hier hat mich das Smartphone in diesem Preisbereich überzeugt. Der Dynamikumfang stimmt und die Schärfe wird nicht gegen ein Rauschen eingetauscht.

Ist es richtig dunkel, dann wird es natürlich schwer ein brauchbares Foto hinzubekommen. Es wird rauschig, aber ich bin positiv überrascht was die Kamera trotz der Verhältnisse noch rausholen konnte.

Hauptkamera-Bild aus dem Poco X3 NFC

Ultraweitwinkelkamera – Poco X3

Das zweite nützliche Objektiv sehen wir in der Mitte mit den Ringen drum herum. Und zwar befindet sich hier die 13MP Ultraweitwinkelkamera mit einem 119° Grad Bildwinkel und einer f/2.2er Blende.

Zu den Rändern hin nimmt die Bildschärfe, wie üblich, ab. Für diese Preisklasse ist die Qualität jedoch sehr gut und die Verzerrungskorrektur ebenfalls.

Beim Wechsel zwischen Hauptkamera zur Ultraweitwinkelkamera gibt es auch nicht die bekannten Unterschiede in den Farben. Das Ergebnis wird dann nur ein Müh, aber wirklich nur ganz minimal, heller. Aber perfekt ist natürlich auch hier nicht alles. Je nach Motiv und aktueller Situation gibt es zu den Seiten hin auch mal ein paar Fehler, aber das kommt gar nicht so oft vor, womit ich um ehrlich zu sein bei einem 200 Euro Smartphone eigentlich gerechnet habe.

Die letzten beiden Sensoren in dem Quad-Kamerasystem       

Die letzten beiden Sensoren im Quad-Kamerasystem sind nicht meine liebsten, aber erwähnenswert sind diese trotzdem. Zum einen haben wir unten links eine 2MP Makro-Kamera mit einer f/2.4er Blende verbaut. Die Makro-Aufnahmen gelingen mit dem fixen Fokus bei 4cm Entfernung zum Objekt.

Gibt man sich etwas Mühe, dann kann man sogar ganz gute Ergebnisse hinbekommen. Ich hatte mich im Poco vs. Redmi Vergleich eigentlich noch beschwert, dass die Farben des Motivs überhaupt nicht stimmen im Ergebnis. Es gab inzwischen zwei MIUI12 Updates. Vielleicht lag es daran, aber ich kann mich in diesem Punkt überhaupt nicht mehr aufregen. Die Farben stimmen und wenn man den richtigen Abstand zum Objekt hält und sich konzentriert, dann ist die Schärfe ebenfalls ausreichend.

Als letztes befindet sich noch ein 2MP Tiefensensor unten rechts im Kameramodul. Meinen Erfahrungen nach brauchen die Xiaomi Smartphones keinen Tiefensensor für eine gute Tiefenunschärfe bzw. Randerkennung. Auch beim Poco X3 NFC ist der Portraitmodus richtig gut gelungen. Das kann Xiaomi einfach.

Dass der Tiefensensor nicht wirklich benötigt wird sieht man an den Portraitaufnahmen mit der Frontkamera. Denn ihr könnt auch Selfies mit Bokeh-Effekt fotografieren. Die Randerkennung ist hier ebenfalls so gut wie die bei der Hauptkamera, wo der Tiefensensor zum Einsatz kommen soll.

Am besten finde ich die Ergebnisse immer, wenn ein Teleobjektiv für die Portraitaufnahmen genutzt wird. Im Poco X3 ist aber solch ein Objektiv nicht verbaut, daher sollte man für noch bessere bzw. auch schärfere Fotos mit Tiefenunschärfe im Hintergrund näher an das Objekt herangehen. Kleiner Tipp am Rande.

Sehr gut finde ich auch, dass der Unschärfegrad, also sozusagen die Blende, im Nachhinein auch noch verändert werden kann. Außerdem gibt es da dann auch noch die Möglichkeit weitere Blur-Effekte hinzuzufügen.

In MIUI12 integriert ist auch in der Galerie der Menüpunkt „Collagen“. Ihr braucht euch für Collagen, die ihr erstellen wollt also keine Drittanbieter-App herunterladen. Das Zusammenführen von Fotos geht auch direkt in der Fotos App von MIUI12.

Aber das hat an sich nichts mit den beiden letzten Sensoren zu tun. Daher komme ich jetzt offiziell direkt zu den weiteren Kamerafeatures. 😊

Nachtmodus und weitere Kamerafeatures

Nachtmodus

Ich finde die Ergebnisse des Nachtmodus für ein ungefähr 200 Euro Smartphone gut, aber mit verbauter optischer Bildstabilisierung würden noch bessere Nachtaufnahmen gelingen und vielleicht wäre das auch noch drin gewesen. Aber es gibt bei dem Preis nicht wirklich viel zu meckern. Der Xiaomi Nachtmodus ist mittlerweile richtig gut geworden und auch hier gibt es eine sichtliche Besserung des Bildergebnisses. Heller und detailreicher. Hin und wieder wird man den Nachtmodus einsetzen und froh sein, dass man ihn in diesem günstigen Poco X3 drin hat.

Lange Belichtungszeit

Unter mehr in der MIUI12 Kameraapp kann der Modus „Lange Belichtungszeit“ ausgewählt werden und hier gibt es mehrere Optionen, um zum Beispiel auch solche coolen „Neon-Spuren-Aufnahmen“ von herumfahrenden Autos zu machen. Am besten habt ihr dabei das Poco X2 NFC auf einem Stativ. Ich habe das an dem Abend aus der Hand gemacht, aber dabei müsst ihr schon sehr still das Smartphone halten. Ich hätte sicherlich ein noch besseres Ergebnis mit Stativ erzielt.

GCAM vs. MIUI 12 Kameraapp

Bevor ich zu den Videoaufnahmen komme, möchte ich euch natürlich auch noch zeigen wie sich die Fotoergebnisse der MIUI12 Kameraapp im Vergleich zur GCAM schlagen.

Im Grunde ist es so wie immer. Es hängt davon ab was ihr gerade fotografiert. Mal ist die Stock Kameraapp besser und mal auch ganz klar die GCAM.

Die Fotos mit der GCAM sind dunkler bzw. kontrastreicher und auch schärfer. Im Sommer, wenn die Sonne scheint und man möchte einen Menschen fotografieren, dann sind die Bilder der GCAM eher nach meinem Geschmack. Ist es etwas dunkler (Low Light Situation) und wir wollen mehr Details aufs Foto bekommen, dann habe ich eher mit der Stock MIUI12 Kameraapp gute Erfahrungen gemacht.

Gesichter sehen mit der GCAM „härter“ und detailreicher aus. Was mir gefällt, gefällt aber nicht jedem. Nicht jeder will auch jede Falte auf dem Ergebnis sehen.

Bei reichlich Tageslicht und wie hier zum Beispiel einer Blume als Motiv sehen die GCAM Fotos detailreicher sowie insgesamt nicht so ausgewaschen aus, wie bei der MIUI12 Kameraapp. Hier bevorzuge ich ganz klar die GCAM Aufnahmen.

Ich empfehle eigentlich jedem die GCAM und die Stock App installiert zu haben. So kann man eben wählen und das Beste aus der Poco X3 NFC Kamera herausholen.

Jedoch ein ganz wichtiger Punkt ist, dass die modifizierte GCAM die ich installiert habe nicht zu 100% richtig funktioniert. Der 2-fache Zoom aktiviert das Ultraweitwinkelobjektiv und der Ultraweitwinkelmodus aktiviert die Makrokamera.

Ein bisschen buggy ist so eine nachträgliche GCAM apk also schon. Das sollte man wissen.

Videos – Poco X3

Kommen wir nun aber nach den ganzen Fotofunktionen zu den Videoaufnahmen. Ich beginne direkt wieder mit der Frontkamera.

Die maximale Auflösung beträgt Full HD 30FPS mit einer maximalen Audiobitrate von 96 kBit/s. Die Audioqualität bekommt ihr aber noch besser hin, wenn ihr eure Videos mit der GCAM aufnehmt. Darauf gehe ich gleich aber noch etwas näher ein.

Hier haben wir keine elektronische Stabilisierung bzw. um genau zu sein gar keine Stabilisierung. Das heißt am besten versucht ihr beim Filmen mit der Selfiekamera das Poco X3 so still wie möglich zu halten oder nutzt ein Stativ.

Eine elektronische Stabilisierung haben wir hingegen bei der Kamera auf der Rückseite und hier können wir in bis zu 4k 30FPS Videos aufnehmen. Auch hier ist maximal die Audiobitrate 96 kBit/s.

Anders sieht es bei 4k 30 Videoaufnahmen mit der GCAM aus. Mit der Google Kameraapp habt ihr maximal 196 kBit/s und somit eine bessere Soundqualität. Das heißt, dass es möglich ist und vielleicht auch von Xiaomi durch ein Softwareupdate behoben werden kann.

Ihr könnt aber natürlich auch externe Mikrofone anschließen, wenn ihr richtigen guten Klang haben wollt. Mein USB-C sowie 3,5mm Klinken Wireless Mikrofon hat ohne Probleme in der MIUI12 Kameraapp funktioniert.

Ist einem die normale elektronische Stabilisierung nicht stabil genug, dann kann noch der Super-Stabilmodus aktiviert werden. Dann springt jedoch die Auflösung von 4k auf Full HD. Persönlich gefällt mir die normale EIS besser, aber wenn ihr euch oder einen anderen beim Joggen oder sonstigen schnelleren Actionszenen aufnehmen müsst und nur das Poco X3 dabei habt, dann solltet ihr lieber die Super Stabilisierung auswählen.

Insgesamt bin ich mit dem Fokus und der Schärfe der Videos zufrieden gewesen. Das Poco kommt nicht so ganz klar mit wechselnden Lichtverhältnissen und je nach dem, wie schnell man das Smartphone bei der Aufnahme bewegt, gibt es auch hier und da Artefakten-Bildung. Außerdem sehen die Videos besser und schärfer aus, umso mehr Licht vorhanden ist. Jedoch gibt es einen ganz wichtigen Faktor. Einmal, dass diese Makel noch bei vielen anderen Smartphones auch vorhanden sind und eben der Preis. In diesem Preissegment ist die Videoleistung nämlich auf jeden Fall gut.

Wenn man die Automatikfunktionen nicht nutzen will, weil man das eine oder andere durch manuelle Anpassung verbessern möchte, dann kann man glücklicherweise im Pro-Modus nicht nur Fotos schießen (übrigens auch im RAW-Format), sondern auch Videos aufnehmen.

Im Pro-Modus könnt ihr dann auch euch ein Histogramm, die Belichtung direkt im Live-View, die Ausrichtung und ein Schärfe-Peaking anzeigen lassen. Außerdem könnt ihr im LOG Format aufnehmen. Dadurch habt ihr beim Color Grading in der Nachbearbeitung mehr Möglichkeiten. Kurz zusammengefasst: Ihr könnt mit der MIUI12 Kameraapp mehr machen, als ihr glaube ich jemals braucht. Denn theoretisch werden die wenigsten versuchen mit dem Poco X3 NFC ihre künstlerisch wertvollen Videos aufzunehmen.

Außerdem gibt es auch noch Funktionen wie den VLOG-Modus, Klonen im Foto oder Video, die Möglichkeit die Kameras hinten und vorne gleichzeitig einzuschalten und anzuordnen sowie Zeitraffer und Zeitlupe.

Im Zeitlupen-Modus können wir in 120FPS bei Full-HD-Qualität aufnehmen oder 240FPS sowie 960FPS bei HD-Auflösung.

Fazit – Poco X3

Kurzgefasst sind die Kameras für ein 200 Euro Smartphone richtig gut. Es kann sein, dass das Poco X3 gerade wieder 230 Euro kostet, aber erst kürzlich zu Halloween wurde es wieder für 199 Euro rausgehauen.

Dafür können die Kameras schon so einiges, auch im Zusammenspiel mit der Software. Der Tiefensensor könnte meiner Meinung nach raus und dafür ein Teleobjektiv. Dann wäre das Kamerasystem perfekt für den Preis, falls noch eine optische Bildstabilisierung obendrauf gepackt wird. 😊

Unserer Meinung nach kriegt ihr aber für diesen Smartphone-Preis keine bessere Kamera aktuell.

229,00€
Auf Lager
8 neu ab 229,00€
Am 29. November 2020 22:49
Amazon.de
Kostenloser Versand
259,00€
269,00
Auf Lager
1 neu ab 259,00€
Am 29. November 2020 22:49
Amazon.de
Kostenloser Versand