Pocophone X2 alias Redmi K30 – Das Beste fürs Geld

Pocophone X2 alias Redmi K30 – Das Beste fürs Geld

8. Februar 2020 0 Von Kammi.Net

Das Pocophone X2 wurde angekündigt und so wurde klar, dass es sich um das Redmi K30 handelt. Das Redmi K30 habe ich auf Herz und Nieren getestet und kann euch so verraten, wie sich das Pocophone X2 schlagen wird.

Pocophone X2 oder Redmi K30

Der wesentlichste Unterschied zwischen Redmi K30 und dem Pocophone, dürfte die Software sein. Auf meinem Redmi K30, welches mir übrigens von TradingShenzhen für den Test zur Verfügung gestellt wurde, läuft MIUI 11 und hier handelt es sich um die chinesische Version. Somit kann ich dieses Gerät nur auf Englisch nutzen. Das Pocophone X2 wird dann mit einer globalen Software erhältlich sein und wahrscheinlich auch mit seinem eigenen Poco-Launcher kommen. Wenn es aber nicht direkt um die Software geht, gilt alles was ich hier zum Redmi K30 sage auch für das Pocophone X2.

Hardware

Beim Prozessor bekommen wir einen Qualcomm Snapdragon 730G mit 6 oder 8 GB Arbeitsspeicher und einem internen Speicher von 64 oder 128 GB. Im Test habe ich hier die Variante mit 8 GB RAM und 128 GB internen Speicher. Dieser interne Speicher lässt sich übrigens auch mit einer Micro-SD-Karte erweitern. Und wie bei vielen Smartphone heutzutage, kann man statt der Speicherkarte auch eine zweite SIM-Karte einlegen.

Aber das sind alles nur Zahlen und sagen nichts darüber aus, wie sich das Redmi K30 so im Alltag schlägt. Ich hatte nun schon mehrere Smartphone mit Top-Prozessoren in der Hand und die haben sich auch nicht merklich besser geschlagen, als dieser 730G. Sicherlich gibt es Benchmarks die das Gegenteil behaupten, aber in der Nutzung Tag für Tag merkt man das nicht. Ich konnte sowohl Apps als auch aufwendige Spiele ohne Einschränkung nutzen. Ich gehe fest davon aus, dass das Redmi K30 für mindestens die nächsten zwei Jahre genug Performance mitbringt, um im Alltag bestehen zu können.

Verarbeitung und Design

Das Redmi K30 hat einen Aluminiumrahmen und eine Gorilla Glas 5 auf der Front- und Rückseite. Das Smartphone fühlt sich sehr sauber und gut verarbeitet an. Man merkt auf jeden Fall nicht, dass es sich hier um ein Smartphone für weniger als 300 € handelt.

Der sehr deutliche Kamerahuckel auf der Rückseite ist das Einzige, was mir etwas negativ aufgefallen ist. Sonst finde ich aber auch das Design gelungen, aber man muss dazu sagen, dass hier nichts Außergewöhnliches erwartet werden darf. Das kann aber schließlich auch etwas Positives sein.

Nur der Farbverlauf auf der Rückseite ist ein kleiner Hingucker und mir persönlich gefällt dieser sehr gut. Neben dem im Test verwendeten Blau, gibt es noch Varianten in rot und lila.

Kleinigkeiten, die nicht übersehen werden sollten

Die Silikonhülle, die mittlerweile bei so ziemlich jedem Smartphone aus dem Hause Xiaomi dabei ist, weist eine Besonderheit auf. Und wer sich gerade über Xiaomi wundern, auch wenn Redmi und Poco eigenständige Firmen sind, gehören sie doch zu Xiaomi.
Nun aber zu der Besonderheit bei der Silikonhülle. Diese besitzt nämlich eine Klappe beim USB-C Ladeport auf. Das kennt man noch von früher, als so die Wasserdichtigkeit der Smartphone hergestellt wurde. Diesen Zweck hat die Klappe hier allerdings nicht, sondern soll den Ladeport wohl einfach nur vor Dreck schützen. Ich muss gestehen beim Laden ist das schon etwas nervig, zumal hier auch kein Kabelloses Laden vorhanden ist. Ein IP-Rating für die Wasserdichtigkeit gibt es leider auch nicht.

Und wenn wir schon dabei sind, zwar gibt es hier NFC, was auch für das NFC-Pairing genutzt werden kann. Mit dem chinesischen MIUI kann ich allerdings kein Google Pay nutzen. Da bekomme ich immer die Meldung, dass das Smartphone gerootet oder irgendwie verändert wurde.

Der Fingerabdrucksensor sitzt beim Redmi K30 im Powerbutton. Insgesamt funktioniert dieser auch sehr gut, aber ich hatte schon ein paar mehr Fehlversuche verglichen mit einem Fingerabdrucksensor auf der Rückseite, die einfach mehr Fläche bieten. Dieser schmale Fingerabdrucksensor funktioniert aber mindestens so gut, wie die Sensoren unter dem Display.

Man muss den Powerbutton auch nicht jedes Mal drücken, um das Smartphone zu entsperren. Eine einfache Berührung des Sensors mit einem registrierten Finger reicht vollkommen aus.

Etwas was man noch mit der chinesischen Variante bedenken muss, ist das hier kein Band 20 verfügbar ist. Dies dürfte aber nicht für das Pocophone X2 gelten, wenn dies in der globalen Variante verfügbar ist.

Kein Klangmonster

Wenn wir uns die Unterseite aber genauer anschauen, sehen wir hier auch einen Klinkenanschluss. Das dürfte besonders freuen, wenn man weiß das hier nur ein eher schwacher Mono-Lautsprecher verbaut ist. Um sich schnell einmal etwas zwischendurch anzuhören ist es okay, aber als primäre Audioquelle für Musik, Filme oder Spiele würde ich den Mono-Lautsprecher lieber nicht nutzen.

Nicht nur klingt der Mono-Lautsprecher eher schwach, sondern er lässt sich auch sehr leicht verdecken.

Hält ewig

Der 4500 mAh große Akku ist wirklich beeindruckend. Man kann den Bildschirm locker für 7 Stunden am Tag anhaben und hat abends immer noch keine Akkuprobleme. Es ist sicherlich eine Kombination aus Hintergrundprozessmanagement und dem FHD+ Bildschirm was für diese hervorragende Akkulaufzeit sorgt. Aber egal was dafür am Ende verantwortlich ist, mit dem Redmi K30 kann ich unbesorgt in den Tag starten, auch wenn ich richtig viel von meinem Smartphone abverlange und zwischendurch nicht laden kann. Das Redmi K30 hat bei mir bisher jeden Tag locker überstanden.

Laden kann man diesen riesigen Akku aber auch mit 27 Watt. Das ist zwar schnell, aber es gibt mittlerweile Smartphones die sich mit über 50 Watt laden lassen.

Riesiges FHD+ 120 Hz IPS Display

Zwar handelt es sich hier nur um ein IPS mit FHD+ Auflösung, aber das Bild ist trotzdem schön. Die Farben sind nicht ganz so kräftig wie bei einem OLED, aber es ist nicht so, dass es hier an Farbe fehlt. Die Blickwinkel des IPS sind ansich sehr gut, aber leider spiegelt sich Licht sehr leicht in der Beschichtung des Bildschirms, was man deutlich merkt, wenn man einmal nicht direkt auf das Display schaut. Und zwar kann man die Helligkeit gut nach oben drehen, aber es gibt trotzdem Bildschirme die besser unter starkem Sonnenlicht zu erkennen sind.

Das auffälligste sichtbare Merkmal des 6,67 Zoll großen Bildschirm ist allerdings das Loch oben rechts für die Frontkamera. In dem länglichen Punchhole haben zwei Kamerasensoren Platz. Sonst gibt es hier so gut wie keine Ränder mehr, abgesehen von einem kleinen Kinn und einer noch kleineren Stirn.

Das Redmi K30 verfügt auch über ein 120 Hz Bildschirm. Wo andere gerade stolz mit 90 Hz unterwegs sind, bekommt man hier 120 Hz. Auch wenn ich nicht zu denen gehört, die die höhere Refresh Rate vom Bildschirm deutlich merkt, bilde ich mir ein es hier eben doch wahrzunehmen. Auf jeden Fall trägt es dazu bei, dass das Smartphone sich sehr flüssig und schnell anfühlt.

6 Kamerasensoren

Bei den Frontkameras handelt es sich um eine 20 MP Kamera und einen 2 MP Tiefensensor.

Die Details sind gut, wenn man den Beauty-Modus deaktiviert. Die Bilder sind sonst eher etwas flacher und geben noch viel Spielraum, um selbst Kontrast und Sättigung hinzuzufügen. Der 2 MP Tiefensensor leistet gute Arbeit, wenn es um ein schönes Bokeh für den Portraitmodus geht.

Es können zwar nur Videos in 1080p aufgenommen werden, was aber für ein Smartphone in diesem Preissegment mehr als ausreichend ist.

Auf der Rückseite finden wir eine 64 MP Kamera, eine 8 MP Ultra Weitwinkel Kamera, eine 2 MP Makro Kamera und einen 2 MP Sensor für die Tiefenschärfe.

Wenn es um Kontrast und die Sättigung geht, sieht es bei den Bildern der Hauptkameras genauso aus, wie bei den Selfieaufnahmen. Die Bilder im 64 MP Modus produzieren sehr viel Details und lassen somit einen starken digitalen Zoom zu.

Auch der Portaiteffekt ist sehr ansehnlich und liefert ein schönes Bokeh. Nur der Nachtmodus hat diesen Namen eigentlich nicht verdient. Zwar werden die Bilder etwas aufgehellt, aber mit den Nachtmodi von anderen Herstellern kann sich dieser Nachtmodus nicht messen.

Videos können in 4K mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden.

Android 10 mit MIUI 11

Wenn es um die Software geht, hatte ich bereits eingangs gesagt, dass es sich hier um die chinesische Version von MIUI handelt. Hier läuft also Android 10 mit MIUI 11. In der globalen Version des Pocophone X2 wird dann auch Deutsch vorhanden und der Poco-Launcher verfügbar sein.

Sonst gibt es zur Software nicht wirklich viel zu sagen. Es handelt sich um ein typisches MIUI was wie immer sehr verspielt und farbenfroh daher kommt. Es gibt nützliche Zusatzfunktionen, wie ein Screenrecorder, auf den man bei Pixel wohl noch bis Android 11 warten muss.

Im Gegensatz zu Huawei kann man hier auch den Google Play Store und die Google Play Services in der chinesischen Version nachinstallieren und bei der globalen Variante, sind diese sowieso schon vorinstalliert. Hier muss man also keine Abstriche machen.

Fazit zum Redmi K30 / Pocophone X2

Ich muss nach diesem Test wieder einmal feststellen, dass es keinen Sinn macht hohe Preise für ein Smartphone zu zahlen. Es gibt nur ganz wenige Anwendungsbeispiele, wo man eher zum 1000 € Smartphone greifen sollte, aber für fast alle anderen reicht ein Smartphone für weniger als 300 € vollkommen aus.

Die Variante mit 6 GB Arbeitsspeicher und 64 GB internen Speicher gibt es bereits ab 257 € und für die 8 GB RAM und 128 GB internen Speicher zahlt man 277 €. Und selbst git 5G Variante bekommt man schon für knapp unter 300 €.

Was man hier an Smartphone für sein Geld bekommt, ist wirklich beeindruckend. Man darf nun auf die Preise vom Pocophone bespannt sein. Da Xiaomi hier nun die Entwicklungskosten gespart hat, da man das Redmi K30 wiederverwendet, dürfte der Preis noch niedriger ausfallen.

Wer also das meiste für seine Euros bekommen will, sollte auf jeden Fall einen Blick auf das Pocophone X2 werfen.