Samsung DeX nach einem Jahr – Lohnt sich der Kauf?

Samsung DeX nach einem Jahr – Lohnt sich der Kauf?

11. März 2018 0 Von Kammi.Net

Das Arbeiten der Zukunft soll ohne Unterbrechungen sowohl mobil als auch stationär stattfinden. Samsung verwirklicht diese Version mit seiner Desktop Experience (DeX) für die Telefone der Samsung Galaxy S- und Note-Serie. Mit Samsung DeX will man in den Businessbereich vorstoßen und gerade Kunden erreichen die auf maximale Flexibilität angewiesen sind.

Was ist DeX?

Erhältlich ist Samsung DeX mittlerweile für rund 80€ bei Amazon (UVP 150€). Die DeX-Station bietet einen USB-C Anschluss, um das Galaxy Smartphone zu verbinden und stellt verschiedene Anschlüsse für Peripheriegeräte zur Verfügung. So steht neben einem HDMI und zwei USB-Anschlüssen auch ein Ethernet-Port für stabile Internetverbindungen und ein USB-C-Anschluss für die Stromversorgung zur Verfügung.
Seit Kurzem bietet Samsung auch ein DeX-Pad an, welches die Nutzung des Smartphones als Trackpad vereinfachen soll. Die Pad-Variante bietet dabei aber nur einen HDMI, einen USB-Anschluss und einen USB-C-Anschluss für die Stromversorgung.

Man benötigt noch Peripherie

Damit man Samsung DeX nutzen kann, benötigt man aber noch weitere Hardware. So sollte ein Monitor genauso vorhanden sein, wie eine Maus und Tastatur. Zwar kann man das Smartphone im Dock auch als Touchpad nutzen, aber wer seine Produktivität mit Samsung DeX steigern will, sollte sich auch eine Maus gönnen.

Die Erkennung der externen Hardware funktioniert erstaunlich gut und sogar der Tastatur-Hersteller wird erkannt. Die Lautstärke lässt sich genauso wie die Wiedergabe von Medien über die Sondertasten der Tastatur regeln. Es ist sogar möglich einige Apps über die extra Tasten zu starten.
Die Maus funktioniert ebenfalls ohne Einschränkungen. Die linke Maustaste ersetzt die einfache Berührung, die rechte Maustaste eine lange gehaltene Berührung und auch das Scrollrad erfüllt seine zu erwartende Funktion.

Kleine Randnotiz: Steckt man ein anderes Smartphone mit USB-C-Anschluss ein, funktionieren die angeschlossenen Maus und Tastatur weiterhin, allerdings wird das Videosignal nicht an den Monitor weitergegeben. Aber immerhin kann man so Maus und Tastatur auf seinem Smartphone-Bildschirm nutzen.

Das Interface

Die Desktop Experience auf dem Bildschirm ist sehr klassisch gehalten. So findet man das App-Menü in der unteren linken Ecke, Uhrzeit, Einstellungen und Benachrichtigungen in der unteren rechten Ecke und auf dem Desktop selbst Verknüpfungen zu ausgewählten Apps.
Die Oberfläche erinnert dabei stark an Googles Chrome OS, aber auch Windows-Nutzer werden sich schnell Zuhause fühlen.

Was die Produktivität neben dem Einsatz von Maus und Tastatur am meisten steigert, ist sicherlich die Möglichkeit die Inhalte mehrerer Apps in verschiedenen Fenstern gleichzeitig anzeigen zu lassen. Zwar kann man zwei Apps auch auf dem Smartphone gleichzeitig geöffnet haben, aber übersichtlicher wird es trotzdem auf einem großen Monitor. Eine praktische Drag- und Drop-Funktion ist ebenfalls zwischen bestimmten Apps verfügbar.

Leider gibt es keine Snap-Funktion für die Fenster, wie man es von Windows gewöhnt ist. Die Snap-Funktion würde es ermöglichen App-Fenster an den Bildschirmrand zu ziehen und diese würden sich dann zum Beispiel selbstständig auf die Hälfte des Bildschirm skalieren und an den Rand anheften.

Apps für DeX sind Mangelware

Arbeitet man mit einer DeX-kompatiblen App, kann man diese frei skalieren und auch im Vollbild laufen lassen. Apps die DeX allerdings nicht unterstützen, laufen in einem speziellen Fenstermodus. Dabei entspricht das Seitenverhältnis dem eines Smartphones, das Fenster nimmt nur einen Bruchteil des Bildschirms ein und es kann nicht skaliert werden.

Leider ist die Anzahl an DeX kompatiblen Apps sehr limitiert. Die Situation hat sich seit dem Launch von DeX vor einem Jahr nicht wesentlich verbessert.
Zwar sind Produktivitäts-Apps wie Microsoft Office, Email, einige Google und Adobe Apps vorhanden, genauso wie eine Hand voll Spiele, aber mehr als 62 Apps vermag die Webseite von Samsung nicht aufzulisten.

Aber auch angepasste Apps laufen nicht unbedingt anstandslos. Chrome ist kompatibel, lässt sich skalieren und auch die gewohnten Tabs von Chrome sind vorhanden. Aber nicht alle Webseiten werden in der Desktop-Version angezeigt. Einige Seiten werden in der mobilen Variante aufgerufen. Zwar kann man die Desktop-Variante über die Einstellungen manuell abrufen, aber das ist auf jeden Fall keine reibungslose Nutzung.
Das Spiel Vainglory wird auf der Webseite als kompatibel ausgewiesen und auch wenn einem Tastenverknüpfungen für bestimmte Aktionen im Spiel angeboten werden, greifen diese nicht immer und auch die Eingabe per Maus ist sehr ungenau.

Und währenddessen man, die auf Samsung Geräten vorinstallieren, Microsoft Office Apps auf dem Smartphone problemlos nutzen kann, benötigt man für die Nutzung auf einem größeren Bildschirm ein Office 365 Abonnement. Hier stehen einem aber die kostenlosen Google Suite Apps als Alternative zur Verfügung.

Fazit

Die Apps die für DeX optimiert sind, laufen meist flüssig, aber ist die Auswahl an kompatiblen Apps doch sehr begrenzt. Außerdem muss man einen extra Monitor, eine extra Maus und eine extra Tastatur rumliegen haben, um DeX zu nutzen. Und mit mindestens 80€ ist die DeX-Station auch kein Schnäppchen.

Was einen Nutzer also von einem Rechner oder Laptop hinzu DeX bewegen sollte, ist doch sehr fraglich. Es sind wohl sehr spezielle Szenarien in denen DeX Anwendung findet.

Video zu Samsung DeX



Samsung DeX Station


Samsung DeX Pad