Vorteile & Nachteile – Samsung Galaxy Z Flip Test

Vorteile & Nachteile – Samsung Galaxy Z Flip Test

9. April 2020 0 Von Charly Charles Check

Herzlich Willkommen zu meinem neuen Lieblingsblogbeitrag! Heute wird es Zeit für meine Review nach 3 Wochen mit dem Samsung Z Flip als Daily Driver.

Meine Tipps & Tricks habt ihr wahrscheinlich schon gelesen. So viele coolen Tipps mit dem Klapp-Feature gab es gar nicht wie ich erhofft hatte. Leider haben die App-Entwickler sich noch keine wirkliche Mühe gemacht da paar Anwendungen für zu zaubern.

Und das ist auch gleich mein erster Kritikpunkt. Ich habe mich so sehr auf dieses coole Falt-Feature gefreut und es ist auch cool sein Smartphone nach dem Telefonieren oder schreiben zuklappen zu können. Aber dennoch könnte man softwareseitig noch so viel mehr daraus machen und es ist einfach schade, dass das Potenzial nicht ausgeschöpft wird bei so einem teuren Smartphone.

Ein großes Dankeschön richte ich an Smartphone Only. Ohne euch hätte ich dieses 1.469 Euro Zukunfts-Smartphone niemals so lange testen können.

Design, Verarbeitung und Materialwahl

Das Galaxy Z Flip könnt ihr in Schwarz wie bei mir oder in violett kaufen.

Die Verarbeitung ist richtig gut, alles sitzt wie und wo es soll und das Smartphone wirkt zusammengeklappt fast schon unzerstörbar, weil mehr Metall hier verbaut wurde als bei „normalen“ Smartphones.

Denn der Rahmen ist dicker als bei den aktuellen Flaggschiffen und dann kommt ja auch noch das massiv wirkende Scharnier mit dem Samsung Schriftzug. Optisch gefällt mir das richtig gut und es liegt zusammengeklappt auch gut und sicher in der Hand.

Aber die größte Fläche besteht hier auch aus Glas. Beide Hälften der Rückseite bestehen aus Corning Gorilla Glas 6 und die beiden Hauptkameras sind mit Gorilla Glas 3 bedeckt.

Ich habe eben ja den etwas dickeren Rahmen als bei den aktuellen Flaggschiffen erwähnt, dass zieht sich bis nach innen. Das Display ist auch von einem dickeren Rahmen umgeben. Das dient aber einfach dem Schutz des neuartigen Displays und um ehrlich zu sein ist mir die Dicke des Rahmens gar nicht so großartig aufgefallen im Alltag.

Da ich eben das Display angesprochen habe. Die meisten werden es schon wissen. Samsung hat zwar bei dieser Generation eine ultra dünne Schicht Glas über dem Panel, aber eben nur eine ultra dünne Schicht. 😀

Darüber ist wieder eine nicht so ultra dünne Kunststoff Schicht. Das bedeutet auch bei diesem Display kann es zu den Problemen kommen wie bei den vorherigen Generationen.

Ihr könnt mit eurem Fingernagel beispielsweise bleibende Schäden am Display hinterlassen. Aber wenn ihr normal mit eurem Smartphone umgeht, dann wird dem Display nichts passieren. Bei mir ist jedenfalls noch alles in Ordnung nun nach fast 3 Wochen in Dauernutzung und ich habe das Z Flip ganz normal genutzt.

Apropos. Was ich an der Materialwahl und Verarbeitung gar nicht mag ist, dass das Smartphone leider sehr rutschig ist. Es ist mir schon von Oberflächen runtergerutscht wo ich gedacht hätte, dass das niemals passieren würde. Das hätte ich gerne anders gesehen, weil man bei dieser neuen Technologie ja eh schon Angst hat, dass das Scharnier oder das Display kaputt gehen könnte. Und wenn es dann gerne mal von Tischen von allein nach unten auf den Boden verschwindet, dann ist das sicherlich nicht von Vorteil.

Ich empfehle allen auf jeden Fall eine Hülle. Ein durchsichtiges Hardcover liegt dem Lieferumfang ja bei, aber damit fühlt sich das Z Flip einfach nicht mehr so gut an und außerdem ist es dann zusammengeklappt dicker als ohne. Ohne das Cover getestet zu haben würde ich die Lederhülle von Samsung empfehlen. Ich könnte mir vorstellen, dass das ein guter Kompromiss ist.

Aber noch einmal zur Verarbeitung. Die Buttons sitzen richtig gut im Gehäuse und das Kamerasystems guckt so gut wie gar nicht aus der Rückseite heraus. Wäre schön, wenn das bei den „normalen“ Smartphones immer so der Fall wäre.

Worüber wir natürlich auch noch reden müssen ist das Scharnier. Dieses soll man ohne Probleme bis zu 200.000 mal öffnen können. Zusätzlich wurden nun auch kleine Bürsten oder Fasern im Inneren verbaut, die den Staub nach außen transportieren sollen. Ich bilde mir sogar ein, dass ich die beim Wischen mittlerweile höre, wenn ich das Z Flip aufklappe und es mir ans Ohr halte.

Eine IP-Zertifizierung hat es nicht.

Vorne mittig beim Display kann man auch die den Mechanismus sehen, welcher u.a. dafür verantwortlich ist, dass sich das Display knickt.

Das coole Nutzungsverhalten, dass man das Z Flip easy mit einer Hand öffnet, wie ich es bei manchen gesehen habe…klappt bei mir nicht. Bei mir sieht das eher leicht behindert aus und dauert länger, als wenn ich einfach mit beiden Händen das mache. Liegt aber wahrscheinlich auch daran, dass ich zu sehr Angst habe beim Display mit meinem Fingernagel einen Schaden dabei zu hinterlassen.

Wer mehr über den Lieferumfang oder die Tasten und Anschlüsse am Rahmen erfahren möchte sollte meinen ersten Eindruck zu diesem Gerät sehen. Ich verlinke euch das Video oben beim i. Eine Sache die ich glaube noch nicht erwähnt hatte war, dass ihr Samsung DeX mit dem Z Flip und dem USB-C 2.0 Anschluss nicht nutzen könnt.

Aber kommen wir jetzt sofort zur Performance.

Performance – Samsung Z Flip

Zunächst zu der Performance der Entsperrmethoden. Der Fingerabdruckscanner versteckt sich im Powerbutton und funktioniert gut bis sehr gut im Test. Leider aber auch nicht immer. Ab und zu kam es auch mal zu ein paar Gedenksekunden, aber das war wie erwähnt eher selten der Fall.

Die Leistung des Displays war sehr ordentlich und ich war positiv überrascht, dass es aufgeklappt vom Aussehen und Feeling her gleich einem „normalen“ AMOLED Smartphonedisplay war oder ist. Es ist 6,7 Zoll groß und hat eine FHD+ Auflösung im 22:9 Format.

Das 60 Hz Panel ist genauso hell wie die Alternativen bei einem normalen Smartphone. Die Farben, Kontrast, Schärfe. Alles sehr gut und das hat Samsung mit ihrem AMOLED Display wirklich mal wieder sehr gut hinbekommen.

Die Blickwinkelstabilität gehört ebenfalls zu den Vorteilen sowie die Ablesbarkeit im Freien. Dennoch zieht die Kunststoffoberfläche des Displays mehr Staub und Fingerabdrücke an als wir es von Glasoberflächen kennen.

Bei direkter Sonneneinstrahlung sieht man den Knick in der Mitte deutlich. In Räumen oder ohne direkte Sonneneinstrahlung sieht man diesen bei Nutzung des Displays selten bis gar nicht und dann vergisst man auch recht schnell, dass dort eine Einkerbung ist. Jedoch merkt man diese beim Darüberwischen.

Ein Always-ON-Display Modus ist natürlich auch am Start, aber die Frage ist, ob man das wirklich braucht, da man eh das Z Flip meistens zugeklappt auf dem Tisch liegend hat. So war es jedenfalls bei mir.

Übrigens…das auf- und zuklappen macht mega Spaß. Das könnte ich den ganzen Tag machen. 😊

Wenn ihr es zugeklappt habt, dann ist vorne ein ca. 1 Zoll großes AMOLED Touch-Display für Uhrzeit, Datum, Akkukapazität, Benachrichtigungen, Fotos sowie Videos knipsen bzw. aufnehmen und Musiksteuerung.

Jetzt komme ich aber zum Prozessor und der Performance während der Nutzung. Endlich gibt es bei uns auch mal wieder ein Samsung Smartphone mit einem Snapdragon Prozessor. Sehr cool und ein großer Pluspunkt.

Hier ist der Vorjahres beste Prozessor Snapdragon 855 Plus verbaut. Außerdem haben wir im Z Flip 8GB Arbeitsspeicher. Der Geekbench 5 Benchmark hat 767 Punkte im Single-Core und 2.276 Punkte im Multi-Core Test ausgespuckt.

Von der Punktzahl her liegt das Z Flip natürlich etwas hinter den aktuellen Flaggschiffen mit SD 865, aber das wird niemand von euch im Alltag bemerken. Ihr könnt alles zocken, alle Apps nutzen und Ruckler wird es so gut wie nicht geben.

Apropos Zocken…dafür ist ein so langgezogenes Display von Vorteil für mich. So sieht man mehr, da die Daumen für die Bedienung des Spiels weiter auseinander sind.

Was noch zu erwähnen ist beim Thema Hardware ist, dass ein 256 GB großer UFS 3.0 Speicher verbaut ist. Das wird denke ich allen ausreichen. Muss es auch, da eine Speichererweiterung nicht möglich ist. Da fällt mir ein, dass im Gerät nur Platz für eine nano-Sim-Karte ist, aber ihr könnt außerdem noch eine eSIM dazuschalten, falls ihr eine Dual-Sim-Möglichkeit benötigt.

Lautsprecher

Eine Sache, die ich von der Hardware etwas schade finde, ist der Mono-Lautsprecher. Erstens ist es nur ein Mono-Lautsprecher bei einem über 1000 Euro Smartphone und dann ist es auch nicht der beste. Er klingt akzeptabel und wäre für ein Mittelklasse-Smartphone auch gut, aber auf volle Lautstärke dürft ihr den nicht stellen, da der Lautsprecher dann leider doch anfängt zu verzerren und der Klang ist dann nicht mehr akzeptabel.

Jedoch könnt ihr selbstverständlich auch über USB-C Kopfhörer Musik hören, was ich eh immer empfehlen würde oder auch via Bluetooth. Das Z Flip unterstützt aber kein aptX HD.

Kameras

Die 10 MP Frontkamera macht ordentliche Fotos und hat sogar einen Autofokus sowie die Möglichkeit weitwinkliger die Fotos zu knipsen, falls man mal mehrere Personen auf das Bild bekommen möchte.

Nur bei wenig Licht zeigt sie ihre Schwächen, aber das kennen wir ja von allen Frontkameras. Ich muss auch zugeben, dass ich die relativ selten benutzt habe. Dank dem vorderen Display kann man ja auch die Hauptkamera für Selfies nutzen. Das habe ich eher gemacht als die Frontkamera zu nutzen.

Als Dual Kamera ist eine 12 MP Weitwinkel und eine 12 MP Ultraweitwinkelkamera verbaut. Wie ihr schon merkt sind in den aktuellen Flaggschiffen bessere Kamerasetups untergebracht, aber mein Fazit nach 3 Wochen Nutzung im Alltag ist, dass die Hauptkamera auf jeden Fall brauchbar ist und viele mit den Fotos und Videos zufrieden sein werden.

Im Moment feiern sich viele Hersteller mit ihren Zooms und auf sowas müsst ihr hier natürlich verzichten. Maximal könnt ihr 8-fach ran zoomen und das aber auch nur digital sowie daher nicht von guter Qualität. Zusammengefasst ist die Kamera nicht zeitgemäß und eher auf dem Stand von vor einem Jahre, aber dennoch können gute Ergebnisse dabei rauskommen. Das Ergebnis ist immer noch besser als so manches Mittelklasse-Smartphone von heute.

Videos könnt ihr mit bis zu 4k 60fps Auflösung aufnehmen. Die Aufnahmen empfand ich als gut und die Bildstabilisierung ging völlig in Ordnung sowie die Qualität des internen Mikrofons hat mir ebenso gefallen. Hört hier einfach kurz mal rein:

Akku – Samsung Z Flip

Im Z Flip ist zwar nur ein 3.300 mAh Akku verbaut, aber für Samsung Verhältnisse habe ich bei diesem Wert mal nichts zu meckern. Man kommt über den Tag. Abends/Nachts muss man dann zwar das Smartphone aufladen, aber das finde ich bei 3.300 mAh vertretbar.

Der Standby Verlust der Akkukapazität ist hier sehr gut. Ich bin aktuell zum Beispiel beim S20 Ultra 5G ziemlich schockiert wie viel Akkuleistung es verliert, wenn es einfach nur im Flugmodus rumliegt. Mehr dazu demnächst hier auf meinem Kanal.

Ich habe mich nach ca. einer Woche daran gewöhnt das Z Flip bei mir am Schreibtisch auf meinen Wireless Charger zu stellen, wenn ich längere Zeit dort gesessen habe. Mit bis zu 12W kann es kabellos geladen werden. Kabelgebunden nur bis zu 15W. Das ist etwas schwach, da selbst mit Kabel ihr gut 2 Stunden für eine Vollladung braucht. Nach 35 Minuten sind ca. 45% aufgeladen.

Ich habe nur einen 10W Wireless Charger, daher konnte ich nicht ganz die 12W ausreizen. Von 1% auf 100% hat es mit meinem Charger 3 Stunden und 20 Minuten für eine Vollladung gedauert.

Fazit zum Samsung Z Flip

Ich habe euch jetzt eigentlich alles berichtet was ich über das Samsung Galaxy Z Flip weiß. Mir hat das Klapp-Smartphone von Tag zu Tag besser gefallen. Natürlich gibt es auch ein paar Punkte, worüber man meckern kann, aber hiermit hat man einfach mal was anderes in der Hand als die üblichen Smartphones und das macht einfach Spaß. Außerdem kann man es gut im Alltag nutzen und in der Hosentasche fällt der kleine zusammengeklappt gar nicht auf. Aufgeklappt habt ihr dann 6,7 Zoll. Finde ich super.

Also für alle die ein kleines Smartphone zum Verstauen gerne hätte, aber bei der Nutzung ein großes Display bevorzugen haben hiermit was gefunden, worüber man mal nachdenken könnte.

Ein Preis-/Leistungshammer ist dieses Teil hier natürlich nicht.

Ist man aber bereit 1469 Euro auszugeben, weil man ein biegsames Display möchte und man mit den Nachteilen leben kann, die ich aufgezählt hatte, dann ist das was für dich und ich wünsche dir schon einmal viel Spaß mit dem Samsung Galaxy Z Flip. 😊

Man darf im Moment auch nicht vergessen, dass die faltbaren Smartphones alle nicht wenig kosten. Das Hauwei Mate Xs kostet sogar um die 2.500 Euro aktuell. Dort ist es ein anderer Klappmechanismus, da es eher ein Klapp-Tablet ist, aber ich wollte euch das nur einmal für eure Einordnung nennen. Für alle die noch nicht so stark informiert sind bei dem Thema.

Aber nun bleibt mir nichts anderes mehr übrig, außer zu hoffen, dass ihr diesen Beitrag interessant fandet und wir uns im nächsten Text wiederlesen. Macht’s gut!